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Erfolg aus der Elbe gefischt

Geschrieben von: Martin Krüger   
Sonntag, 06. Juni 2010 um 17:19 Uhr
Freude! Davon gabs reichlichBeim Supercup in Hamburg konnte bei fast optimalen Bedingungen ein guter 4. Platz erspielt werden. Mit diesem Ergebnis wurde das erste Ausrufezeichen auf der deutschen Tour gesetzt und gibt Hoffnung und Auftrieb für die weiteren Aufgaben, doch bot auch dieses Turnier nicht nur Licht sondern auch Schatten.
Aber erst mal von Beginn an: das Frauenturnier wurde ohne Qualifikation gespielt und begann daher bereits Freitag früh Punkt 09.00Uhr. Da sich unser Team dieses Jahr internationale Meriten verdienen wollte, konnten diese Saison in Deutschland nicht so viele Punkte gesammelt werden, sodass wir uns auf Platz 12 der Setzliste wiederfanden. Damit waren wir zu keinem Zeitpunkt des Turniers Favorit. Im ersten Spiel trafen wir auf des Dresdner Team Hüttermann/Schumacher – bereits zum dritten Mal in dieser Saison und die Spiele wurden zuletzt knapp verloren. Bei noch kühlen Temperaturen waren Jule und Rike schnell auf Betriebstemperatur und begannen konzentriert und ließen dem Gegner wenig Raum zur Entfaltung. Der erste Satz konnte mit 21:19 zu unseren Gunsten entschieden werden und auch im zweiten Durchgang zog man stetig davon. Beim Stand von 19:16 wähnten sich bereits alle am Ziel und Familie und Freunde freuten sich schon auf den ersten Kaffee des Tages, als das Spiel eine dramatische Wendung nahm. Unsere Mädels verloren Spannung und am Ende auch den zweiten Satz mit 26:28 denkbar knapp. Doch die beiden ließen sich davon keineswegs entmutigen und lieferten uns bereits im ersten Spiel des Tages einen wahren Thriller auf gutem Niveau. Beide Teams machten im entscheidenden Satz kaum Fehler und konnten die wenigen Chancen nicht nutzen. So wogte das Spiel hin und her, wobei Jule und Rike am Ende als verdienter und überglücklicher Sieger vom Feld gingen. Dieser Satz endete 24:22. Die gesamten 77! Minuten Spielzeit waren nervenaufreibend und fast nur mit Betablockern zu überstehen, allerdings waren am Ende alle glücklich und „verziehen“ den Mädels den Hitchcock am Morgen.
Nach kurzer Kaffee- und Erholungspause kam es zum Siegerduell gegen das Duo Gernert/Jurich, die beim letzten Turnier auf Norderney siegreich waren. In der Anfangsphase war die Adrenalinausschüttung und das damit verbundene Glücksgefühl vom vorhergehenden Sieges noch so hoch bei Jule und Rike, dass alles gelang und eine schnelle komfortable Führung herausgespielt werden konnte. Speziell Rike traf in diesem Spiel immer die richtige Entscheidung und blockte und punktete nach Belieben. So endete der erste Satz 21:11 und der Gegner war schon nahe am Verzweifeln, doch fanden sie diesmal besser in den Satz und konnten diesen dann auch für sich entscheiden (21:19). Im dritten Satz schonten Jule und Rike diesmal unsere Nerven und spielten wiederum fehlerfrei, so dass der Sieg nicht mehr gefährdet wurde (15:11).
Mit diesen zwei guten Spielen verdiente man sich das Duell gegen die Weltranglistendritten Goller/Ludwig. Allerdings war das Spiel zu sehr geprägt von Ehrfurcht vor dem vermeintlich übergroßen Gegner und beiden Mädels gelang wenig – der erste Satz war mit 21:8 verschenkt worden. Dafür entschädigten die beiden Mädels uns bei herrlichem Sonnenschein und angenehmen Temperaturen mit einem sehr guten zweiten Durchgang, der zwar mit 21:18 verloren ging, aber es wurde der vielleicht beste Satz der gemeinsamen Zeit gespielt. Beide agierten äußerst stabil in Annahme und Angriff, spielten variantenreich und hielten den Satz lange offen, doch die größere Routine und die sehr gut aufgelegte Laura Ludwig entschieden den Satz zu Gunsten des Favoriten. Die Trauer hielt sich aber in Grenzen, denn das zweite Duell der Karriere gegen das Top Duo zeigte den nur noch geringen Unterschied zur Spitze und offenbarte eine wesentliche Verbesserung zum ersten Duell vor einem Jahr, als das Team zu keinem Zeitpunkt des Spiels ein Bein auf den Boden brachte.
Der zweite Turniertag begann mit dem Duell gegen Köhler/Sude um den Einzug ins Halbfinale. Das bereits international erprobte Team sollte dabei nur eine Durchgangsstation sein, allerdings wurde der erste Durchgang fast verschlafen und die fehlende Spannung wurde mit dem Satzverlust (18:21) bestraft. Dann kam der Ehrgeiz aber zurück und nur am Ende des zweiten Satzes zeigte man noch kleine Wackler und es wurde noch einmal eng (21:19). Im dritten Satz bekamen die Gegner kaum mehr Zugriff auf das Spiel und wenn Jule und Rike ihre Breakchancen konzentrierter ausgespeilt hätten, wäre der Satz deutlicher als 15:12 ausgegangen.
Doch hier war das Turnier eigentlich für das Team beendet – zumindest körperlich und teilweise geistig, doch es ging laut Spielplan weiter. Besonders Rike merkte man die verletzungsbedingte Pause von 10 Tagen an, denn sie wirkte nun ausgelaugt und geistig nicht mehr präsent. Im Halbfinale und im kleinen Finale ging deshalb nicht mehr allzu viel zusammen und die Fehlerquote stieg extrem an. Daher konnten weder Holtwick/Semmler im Halbfinale (21:14, 21:14) noch Bieneck/Steinhauff (21:17, 21:14) unter Druck gesetzt werden und die Spiele wurden klar verloren, denn diese Teams bestrafen Schwächen eiskalt.
Das Fazit ist aber durchweg positiv! Rike agierte am Netz mit großer Übersicht, stellte die Blöcke sehr gut und spielte sehr sicher und äußerst stabil. Jule bestach diesmal durch gutes Stellungsspiel in der Abwehr und antizipierte Angriffe gut im Voraus, was zu vielen Breakchancen führte. Positiv zu erwähnen ist auch das immer häufiger praktizierte obere Zuspiel. Beide sind da stabiler geworden und trauen sich immer mehr zu. Doch wo Licht ist, fällt auch Schatten und der war diesmal das Nutzen der Breakchancen. Besonders auffällig war bei diesem Turnier das Auslassen der möglichen Chancen nach Block oder Abwehr. Da hätten beide ihre und unsere Nerven schonen können.
Es war ein schönes und vor allem erfolgreiches Wochenende. Bereits nächste Woche (12-13.06.) gibt es die Möglichkeit in Münster weitere Punkte zu sammeln und das Gezeigte zu wiederholen. Wir freuen uns auf weitere gute Spiele und hoffen auf kommende Erfolge.
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